Sexualität wird in unserer Gesellschaft als wichtiges Grundbedürfnis aufgefaßt. Frau und Mann wünschen sich sexuelle Erfüllung auch ohne anschließende Schwangerschaft. Dieser Wunsch kann heute mit modernen und alt bekannten Verhütungsmitteln in Erfüllung gehen. Dazu muß sich die Frau (eigentlich: das Paar) entscheiden, welcher Methode sie vertrauen möchte. Ist die Sicherheit das entscheidende Kriterium oder doch die Bequemlichkeit? Und welche Nebenwirkungen können auftreten?
Verhütungsmittel müssen selbst bezahlt werden, auch wenn sie ärztlich verordnet werden. Nur Mädchen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr erhalten ärztlich verordnete Mittel (z.B. die Pille) auf Kassenrezept. Privat krankenversicherte Mädchen müssen diese aber auch selbst bezahlen fragen Sie mich nicht warum.
Ich stelle die gängigsten Verhütungsmittel vor Aussuchen müssen sie selber:
- Keine Verhütungsmethode: Coitus interruptus
- Erkennen der fruchtbaren Tage Natürliche Familienplanung
- Lange bekannt immer noch wirksam: Das Kondom
- Die Alternative für die Frau: Das Pessar
- Vergiß mich nicht: Die Pille
- Der Nuva Ring
- Ganz neu: das Pflaster zur Verhütung
- oder als Alternative: Die Minipille
- Auf Dauer sicher: Die 3-Monatsspritze
- einmal eingelegt 3 Jahre sorgenfrei: Gestagen Implantat
- preiswert und sicher: Die Spirale
- Darf es etwas mehr sein? Die Hormonspirale
- Und im Notfall: Die Pille danach
- für immer und ewig: Die Sterilisation
Lust auf Risiko
Sexualität soll Spaß machen. Auch Glücksspiel macht Spaß. Beides kann man beim Coitus interruptus (Er versucht rechtzeitig rauszuziehen!) verbinden. Aber - eine Verhütungsmethode ist das sicher nicht! Wenn ein Paar (noch) nicht schwanger werden möchte, muß es eine der folgenden sicheren Methoden anwenden.
Natürliche Familienplanung
Zuerst eine Frage an Sie: Ein Paar hatte am Montag und am darauffolgenden Sonntag Geschlechtsverkehr und wir nehmen hypothetisch an, daß der Eisprung am Freitag dazwischen stattfand. Besteht die Möglichkeit, daß eine Schwangerschaft eintritt? Und wenn ja, von welchem Verkehr?
Auflösung: Eine Schwangerschaft vom Verkehr am Sonntag ist ausgeschlossen, da die Überlebenszeit der Eizelle maximal 18 (bis 24) Stunden beträgt. Der Geschlechtsverkehr am Montag kann zu einer Schwangerschaft führen, da die männlichen Samenzellen ca. 3-4 Tage befruchtungsfähig sind.
Die "gemeinsame" Fruchtbarkeit des Paares beträgt also ca. 4-5 Tage. Methoden, die diese Zeitspanne eingrenzen, faßt man unter dem Begriff "Natürliche Familienplanung (NFP)" zusammen. NFP ist also eine Methode, bei der eine Frau bestimmte Körperzeichen beobachtet, die sich im Laufe des Zyklus verändern, und sie in die Lage versetzt, ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage zu bestimmen.
Unter verschiedenen Körperzeichen sind von entscheidender Bedeutung: Körpertemperatur und Zervixschleim (in der fruchtbaren Zeit am Scheideneingang von der Frau selbst zu beobachten)NFP ist eine Familienplanungsmethode, bei der eine Frau täglich über ihren Fruchtbarkeitsstatus informiert ist und dieses Wissen sowohl zur Verhütung als auch zur Unterstützung ihres Kinderwunsches einsetzen kann. Sie gibt Männern und Frauen die Chance, ihre Familienplanung gemeinsam und ohne zusätzliche Mittel zu gestalten.
Die sicherste NFP-Methode ist die sogenannte "symptothermale Methode". Bei konsequenter Anwendung gehört sie zu den hochsicheren Methoden derFamilienplanung neben Pille und Spirale.
Wie kann man NFP erlernen? Am besten über ausgebildete NFP-Berater/innen. Anschriften dieser Berater/innen
erhalten Sie bei mir oder über:
Arbeitsgruppe NFP
Malteser Werke
Kalker Hauptstr. 22-24
51103 Köln
Tel.: 0221/9822-591
Internet-Link
Meine Einschätzung
Paare, die gut miteinander harmonieren und die in Ihrer Beziehung gefestigt sind, können so sicher und ohne Nebenwirkungen verhüten. Allerdings müssen die Regeln konsequent eingehalten werden.
Ich halte die Methode mit Thermometer und Bleistift für sinnvoller als die auch verfügbaren Temperatur-Computer. Für junge Mädchen zu Beginn ihrer sexuellen Erfahrungen ist die Methode nicht geeignet.
Das Kondom
Muß ich zum Kondom etwas schreiben? Es wird doch heute in
jeder Schulklasse durchgenommen bis es platzt. Es schützt außer vor Schwangerschaften auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Mann benutzt es nur, wenn es notwendig ist. Es ist heute leicht zu bekommen (ohne Arztbesuch) und relativ preiswert.
Das Kondom hat eine Unsicherheit von 5 10 %, es gibt immer
mal wieder Zwischenfälle.
Das Diaphragma
Wie das Kondom ist auch das Diaphragma eine Barriere Methode: Die Samenfäden werden auf ihrem Zug zur Eizelle aufgehalten (und abgetötet). Dazu wird das Diaphragma mit einen spermiziden Gel eingestrichen und vor dem Verkehr in die Scheide eingesetzt. Es muß danach noch 8 Stunden in der Scheide bleiben! Das Einsetzen ist etwas schwieriger als das Überziehen eines Kondoms. Aber letztlich Übungssache. Es gibt ein Diaphragma in nur einer Größe (Lea-Kontrazeptivum). Das klassische Diaphragma gibt es in verschiedenen Größen und wird darum vom Arzt angemessen.
Die Pille
Die Pille ist das am häufigsten benutzte Verhütungsmittel. Sie ist sicher und hat viele zusätzliche Vorteile. Allerdings ist sie ein höchst wirksames Medikament mit typischen Nebenwirkungen.
Die Pille enthält Östrogene und Gestagene. Durch die regelmäßig Einnahme wird der Eisprung sicher gehemmt und eine Schwangerschaft sicher verhütet. Dazu muß die Pille aber regelmäßig eingenommen werden, auch wenn es vielleicht im Moment gar nicht notwendig wäre.

Die meisten Frauen vertragen die Pille sehr gut. Pillen sind heute sehr niedrig dosiert. Die Regel wird kürzer und schwächer, und
frau weiß genau, wann sie kommt (und kann sie auch mal
verschieben). Hautunreinheiten wie Pickel und Akne werden besser.
Probleme am Anfang sind oft Zwischenbluten, die sich aber im Verlauf der weiteren Einnahme meist legen. Kopfschmerzen (oft in der Pause) oder Spannen der Brüste kommen häufiger vor. Manchmal muß man auf ein anderes Präparat wechseln, damit die Frau mit der Pille zufrieden ist.
Die Pille erhöht das Risiko einer Thrombose. Insbesondere, wenn eine familiäre Neigung zu Thrombosen besteht. Es scheint dabei Unterschiede zwischen den verschiedenen Gestagenen zu geben. Das scheint aber klinisch nicht relevant zu sein. Mit zunehmenden Alter und bei Raucherinnen ist dieses Risiko weiter erhöht. Die Pille macht keinen Brustkrebs. Sie reduziert aber deutliche das Risiko eines Eierstockkrebses.
Wenn keine besonderen Risiken vorliegen, kann die Pille bis Ende der fruchtbaren Zeit (~ 50 Lebensjahr) genommen werden. Man macht heute keine Pillenpausen mehr!
Der Nuva-Ring
Ein Ring, den die Frau selbst in die Scheide einlegt. Er bleibt dort 3 Wochen liegen (auch beim Verkehr) und gibt kontinuierlich sehr niedrig dosiert Östrogen und Gestagen ab. Nach 3 Wochen wird er entfernt und weggeschmissen. In der Pause kommt die Blutung, nach 7 Tagen wird ein neuer Ring eingesetzt.
Er wirkt also wie die Pille, muß aber nur alle 4 Wochen erneuert werden. Er ist deutlich teurer als die Pille. Es scheint weniger Zwischenblutungen zu geben. Es ist wohl für Frauen, die Probleme mit der regelmäßigen Einnahme der Pille haben.
Jetzt ganz neu: Das Pflaster zur Verhütung
Ein hautfarbenes Pflaster. Es hält eine Woche. Das nächste die zweite und dann die dritte Woche. Dann eine Woche Pause. Es gibt kontinuierlich niedrig dosiert Östrogen und Gestagen ab. Wirkt also wie die Pille.
Ist erst im August 2003 auf den Markt gekommen.
Das Verhütungspflaster im Internet
Die Minipille
Die Minipille enthält nur ein Gestagen. Sie wird ohne Pause
eingenommen. Die Regelblutungen werden vom Körper der Frau
selbst gesteuert, werden aber im Laufe der Zeit meist kürzer
und schwächer. Die Minipille läßt den Schleim im
Gebärmutterhals für die Samenzellen undurchlässig.
Außerdem verändert sie die Schleimhaut in der
Gebärmutter. Neuere Präparate verhindern auch den
Eisprung.
Die Minipille ist nicht ganz so sicher wie die Pille. Und sie muß sehr exakt eingenommen werden. Sie ist aber auch in der Stillzeit erlaubt. Auch Frauen ab 40, die keine Östrogene wollen oder dürfen, können mit der Minipille sicher verhüten.
3-Monatsspritze
Die Anti-Baby-Spritze weist 2 spezifische Vorteile gegenüber anderen Methoden auf:
- Die Anti-Baby-Spritze enthält kein Östrogen. Deshalb ist sie auch für Frauen geeignet, die Östrogene nicht vertragen.
- Die Anti-Baby-Spritze schützt mit einer Injektion zuverlässig für 3 Monate vor einer ungewollten Schwangerschaft. Eventuelle Einnahmefehler entfallen und tragen so zur Sicherheit der Methode bei.
Der Wirkstoff: Die Anti-Baby-Spritze zählt zu den
hormonellen Verhütungsmitteln und enthält als einzigen
Wirkstoff ein Gestagen. Dieses synthetisch hergestellte Hormon
entspricht in der Wirkung dem natürlichen Gelbkörperhormon (Progesteron). Es wird vom Körper kurz nach dem Eisprung gebildet und verhindert im Falle einer Befruchtung die Freisetzung weiterer Eizellen aus den Eierstöcken.
Durch eine einmalige Injektion wird im Körper ein kleines Gestagen-Depot eingerichtet. Dadurch wird für den Zeitraum von 3 Monaten zuverlässig eine Schwangerschaft verhütet.
Die Wirkung: Wie schon beschrieben wird durch den
gleichbleibend hohen Gestagenspiegel im Körper das Heranreifen
einer Eizelle unterdrückt. Zusätzlich wird der Schleim im
Gebärmutterhals verdickt und undurchlässig für die
Samenzellen. Außerdem wird die Schleimhaut der Gebärmutter verändert, so daß die Einnistung eines möglicherweise doch befruchteten Eies nicht möglich ist. Die Veränderung der Gebärmutterschleimhaut erhöht nicht nur die kontrazeptive Sicherheit, sondern bewirkt auch eine Veränderung in der Regelblutung.
In den ersten Anwendungsmonaten der Anti-Baby-Spritze treten manchmal Schmierblutungen auf, die gesundheitlich unerheblich sind. Nach längerer Anwendung treten diese Schmierblutungen nicht mehr auf. Bei mehr als der Hälfte aller Frauen fallen nach der 3. oder 4. Injektion die Monatsblutungen weg. Nach ein oder zwei Jahren der Anwendung ist dieser häufig gewünschte Effekt bei 80% der Anwenderinnen festzustellen.
Andere Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Neigung zu depressiven Verstimmungen, Nervosität und Kopfschmerz treten sehr selten auf. Bei manchen Patientinnen kann es im Einzelfall zu einer Gewichtszunahme von l-2 kg kommen. Meist sind Wassereinlagerungen die Ursache. Durch weniger Salz, weniger Alkohol und fettreduzierter Kost, kann das Gewicht wieder normalisiert werden.
Die Anwendung: Die Anti-Baby-Spritze wird einmal im Quartal verabreicht. Die erste Injektion sollte während der Periode gesetzt werden, da zu diesem Zeitpunkt eine eventuelle Schwangerschaft ausgeschlossen und der nächste Eisprung verhindert werden kann. Danach sollte alle 90 Tage das Gestagen-Depot im Körper mit einer weiteren Injektion in die Muskualtur wieder aufgefüllt werden.
Die Sicherheit: Die kontinuierliche Anwendung der Anti-Baby-Spritze gibt eine größt mög liehe Sicherheit. Sie ist vergleichbar mit der chirurgischen Sterilisation und sogar höher als bei der Pille, da eventuelle Einnahmefehler entfallen. Daher wird die Anti-Baby-Spritze in mehr als 90 Ländern der Erde sehr häufig und erfolgreich angewandt. Bei den zahlreichen Anwenderinnen wird diese Verhütungsmethode auch langfristig sehr gut vertragen.
Beim Stillen: Die Anti-Baby-Spritze beeinflußt bei stillenden Frauen weder die Milchmenge noch die Milchqualität. Obwohl geringe Mengen des Hormons in die Muttermilch übergehen, wurden keine ungünstigen Wirkungen auf die Entwicklung von gestillten Kindern beobachtet. Im Gegensatz zur Pille ist die Anwendung der Anti-Baby-Spritze in der Stillzeit möglich.
Meine Einschätzung:
Die 3-Monats-spritze ist für Frauen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben. Denn nach Absetzen der
Spritze kann es eine ganze Zeit (mehrere Monate) dauern, bis
wieder normale Zyklen einsetzen. Außerdem müssen die
Frauen akzeptieren (oder gerade wollen), daß es nicht mehr
blutet.
Unsere Praxis erinnert sie alle 3 Monate an die notwendige
Injektion und schickt auf Wunsch das Rezept rechtzeitig zu.
Das Gestagendepot unter der Haut
Die Vorteile der Minipille, ohne die exakte tägliche Einnahme, das garantiert Implanon. Das Stäbchen wird in
lokaler Betäubung in die Innenseite des Oberarms gelegt. Da
bleibt es 3 Jahre liegen und gibt kontinuierlich Gestagene ab. Die
Sicherheit ist sehr gut.
In den ersten Monaten treten sehr häufig Schmierblutungen auf.
Danach werden die Blutungen schwächer und kürzer und
können ggf. ganz ausbleiben. Leider haben insgesamt bis 20 %
der Frauen immer mal länger Schmierblutungen. Das kann sehr
nerven. Dann müssen Hormone zusätzlich gegeben werden
(z.B. Östrogenpflaster oder Gestagene).
Abgesehen davon wird Implanon gut vertragen. Im Gegensatz zum
Depot-Gestagen in der 3-Monatsspritze setzt nach Entfernen des
Stäbchens die Funktion der Eierstöcke schnell wieder ein.
Wie die anderen Gestagen ist auch Implanon in der Stillzeit (ab 7
Wochen nach der Geburt) erlaubt.
Informationen zu Spirale
Es gibt unterschiedliche Typen von Intrauterinpessaren. Breitangelegte internationale Studien liefern noch immer den Beweis, daß IUPs über lange Zeit sowohl sicher als auch wirksam sind. Außerdem wird allgemein anerkannt, daß die Kupfer-IUPs zu den wirksamsten Mitteln zur Empfängnisverhütung gehören, die je entwickelt worden sind. Die Spirale ist aus Kunststoff hergestellt und mit Kupferdraht umwickelt und so geformt, daß einer Irritation der Gebärmutter vorgebeugt wird. Es wird üblicherweise während der Menstruation eingesetzt.
Das Einsetzen ist gewöhnlich schmerzlos. Die Öffnung der
Gebärmutter wird untersucht, die Länge der Gebärmutterhöhle wird ermittelt und das IUP wird behutsam
in die Gebärmutterhöhle eingeführt bis es die
richtige Lage erreicht hat und den Fundus berührt. Sobald das
IUP eingesetzt worden ist, sind Sie gegen eine Schwangerschaft
geschützt.
Die Wirksamkeit von IUPs ist hoch und nur mit der oraler Pillen zur
Verhütung von Schwangerschaften zu vergleichen. Keine Methode
zur Empfängnisverhütung bietet hundert Prozent Sicherheit. Praktisch gesehen können Sie jedoch davon ausgehen, daß Sie durch ein IUP geschützt sind.

Wie IUPs funktionieren ist nicht vollständig bekannt.
Heutzutage wird jedoch angenommen, daß der wahrscheinlichste
Wirkungsmechanismus eine Störung der normalen Funktion der
männlichen Gameten (Spermatozoen) ist, die unfähig werden, die weibliche Eizelle zu befruchten. Es wird auch angenommen, daß IUPs sowohl die Einnistung der befruchteten Eizelle verhindern als auch daß Kupferionen einen Einfluß auf die Entwicklung der Eizelle ausüben so daß eine Befruchtung nicht stattfindet: IUPs werden also nicht mehr als Abtreibungsmittel betrachtet.
Mögliche KomplikationenDie ersten drei Zyklen nach dem Einsetzen sind üblicherweise anders, als die normalen Zyklen der Patientin. Die Menstruation ist im allgemeinen stärker, länger und schmerzhafter und sowohl vorher als auch hinterher können Schmierblutungen auftreten. Auch Krämpfe können vorkommen. Nach dem dritten oder vierten Zyklus nach dem Einsetzen des IUP verläuft die Menstruation üblicherweise wieder wie vor dem Einsetzen. Manchmal werden diese Veränderungen während des Zyklus, zwischen den Monatsblutungen wahrgenommen. Wenn Sie beim Geschlechtsverkehr irgendwelche Schmerzen verspüren, übelriechenden Ausfluß, Schmerzen im Bauchraum oder Fieber haben, sollten Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt wenden, weil eine Infektion der Gebärmutter und der Eileiter eine Komplikation bei der Empfängnisverhütung mit IUP sein kann.
Wenn eine Verzögerung des Beginns der Menstruation auftritt sollten Sie ebenfalls Ihren Arzt aufsuchen! Eine andere mögliche Komplikation bei der Benutzung eines IUP ist nämlich eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutterhöhle, zum Beispiel im Eileiter (ektopische
Schwangerschaft). Die meisten IUPs sind drei bis fünf Jahre
wirksam. Wenn das IUP einmal eingesetzt worden ist, müssen Sie
Ihren Arzt nach der folgenden Periode nochmals aufs uchen, damit
festgestellt werden kann, ob sich das IUP an der richtigen Stelle
befindet.
Cu-Safe im Internet (auf Holländisch oder Englisch)
Meine Einschätzung:
Die Spirale ist ein gutes Verhütungsmittel, wenn eine
sichere Verhütung für die Dauer der Einlage gewünscht wird. Dann ist sie auch preiswert. Insbesondere nach einer Geburt läßt sie sich problemlos einlegen und wird gut vertragen. Nach Ende der Stillzeit muß die Methode nicht gewechselt werden.
Wenn die normale Regel aber schon sehr stark und schmerzhaft
ist, ist eine Kupfer-Spirale nicht die ideale Methode.

Gestagenhaltiges Intrauterin System
Ein Intrauterinsystem (IUS) ist eine neue Methode zur Empfängnisverhütung, die eine sichere und langanhaltende
Wirkung gewährleistet. Das IUS besteht aus einem kleinen
T-förmigen Kunststoffkörper, an dessen Längsschenkel
ein Hormonzylinder angebracht ist. Das weiche, flexible Kunststoffmaterial und die T-Form gewähren die sichere Position in der Gebärmutterhöhle. Das IUS ist so gut wie nicht spürbar und gewährt vom ersten Tag an eine sehr hohe empfängnisverhütende Sicherheit, die bis zu 5 Jahren
bestehen bleibt.
Das IUS wird in erster Linie zur Empfängnisverhütung
angewandt. Da die Monatsblutungen während der Anwendung kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft werden, eignet sich diese Methode auch zur Behandlung von zu starken und schmerzhaften Monatsblutungen.
Das IUS gibt jeden Tag gleichmäßig geringe Mengen des
Gestagens in die Gebärmutterhöhle ab. Der empfängnisverhütende Schutz beruht auf den lokalen
Wirkungen des Levonorgestrels in der Gebärmutter:
- Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals verdickt sich. Die Samenfäden können dadurch nur noch sehr schwer in die Gebärmutterhöhle vordringen.
- Samenfäden, die dennoch durchkommen, werden in ihrer Beweglichkeit und Vitalität gehemmt.
- Der monatliche Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird stark vermindert, und die Dicke nimmt deutlich ab. Eine Eizelle, die ausnahmsweise befruchtet würde, könnte sich gar nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Ein zusätzlicher Vorteil der Verminderung der Gebärmutterschleimhaut ist, daß die Monatsblutungen nach und nach kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft werden.
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Diese Veränderungen sind alle vollständig reversibel. Wird das IUS entfernt, so normalisieren sich alle Vorgänge innerhalb kurzer Zeit, und es ist schon im 1. Zyklus möglich, schwanger zu werden.
Begleiterscheinungen wie z.B. Kopfschmerzen und Brustspannen treten meist in der Anpassungsphase der ersten 3 - 4 Monate auf und sind oft nur vorübergehend. Da das Gestagen des IUS direkt in die Gebärmutterhöhle abgegeben wird, ist die täglich
erforderliche Hormonmenge sehr klein. Die im Blut meßbaren
Hormonkonzentrationen sind etwa 10mal niedriger als bei der
Minipille und etwa 60mal geringer als bei der Pille. Das IUS ist
daher sehr gut verträglich.
Im Gegensatz zur Kombinationspille wird beim IUS der Eisprung nicht
verhindert. Die empfängnisverhütende Wirkung beruht allein auf der oben beschriebenen lokalen Wirkung des Gestagens
(Gelbkörperhormon) in der Gebärmutter. Die dazu täglich nötige Dosis ist so gering, daß die Funktion der Eierstöcke während der Anwendung des IUS weitgehend unbeeinflußt bleibt. Die geringe Hormondosis bewirkt außerdem, daß das IUS für viele Frauen besonders gut verträglich ist.
Trotz des geringen Hormoneinsatzes gewährt das IUS eine hohe Sicherheit. Das IUS hat wie die Sterilisation den Pearl Index 0,1. Im Vergleich zu den Barrieremethoden (Kondom und Diaphragma) fällt die sehr viel höhere Sicherheit aber auch die bequemere Handhabung auf. Man braucht nicht mehr ständig über Verhütungsschutz nachzudenken. Der Schutz des IUS hält bis zu 5 Jahre an. Im Vergleich zur Kupferspirale bietet das IUS eine etwas höhere Sicherheit.
Bei Anwendung des IUS wird Ihre Monatsblutung nach und nach immer
kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft. Denn im Laufe
der Anwendung baut sich die Gebärmutterschleimhaut nur noch schwach auf. Da dieser Anpassungsprozeß etwas Zeit braucht, treten in den ersten 3 - 6 Monaten der Anwendung häufig
Zwischenblutungen und verlängerte Blutungen auf. Von Zyklus zu Zyklus werden die Blutungen insgesamt immer kürzer und schwächer. Nach einjähriger Anwendung tritt im Schnitt nur noch an einem Tag pro Monat eine schwache Blutung auf. Bei ca. jeder 4. - 5. Frau, die das IUS hat, kann die Blutung auch nach und nach ganz ausbleiben, was medizinisch völlig unbedenklich ist. Aufgrund dieser Veränderungen eignet sich das IUS auch zur Behandlung einer (zu) starken Menstruation.
Ich führe das IUS mit Hilfe eines dünnen Röhrchens durch die Scheide in die Gebärmutterhöhle ein. Beim Herausziehen des Röhrchens entfalten sich die Arme des IUS und geben ihm so sicheren Halt in der Gebärmutterhöhle, wo das IUS in dieser Position verbleibt. Zum Schluß werden die Rückholfäden auf die passende Länge gekürzt. Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen erklären, wie Sie durch Ertasten der Fäden die richtige Lage des IUS selbst überprüfen können.
Plötzliche Blutungsveränderungen können ein Hinweis darauf sein, daß sich die Lage des IUS verändert hat. In diesem Fall sollten Sie sich melden. Wenn Sie zur normalen gynäkologischen Kontrolluntersuchung gehen, kann ich zusätzlich die Lage des IUS überprüfen. Eine Lagekontrolle des IUS empfiehlt sich nach der ersten Monatsblutung, später reicht eine Kontrolle alle 6 - 12 Monate.
Pille danach
Die Pille danach ist keine Verhütungsmethode, auf die man sich verlassen sollte. Sie ist eine echte Notfallmaßnahme, falls z.B.:
- ein Kondom gerissen ist oder einfach vergessen wurde.
- das Diaphragma vergessen wurde oder zu früh entfernt wurde.
- der Geschlechtsverkehr (bei NFP) doch in der fruchtbaren Zeit stattfand.
- die Einnahme der Pille vergessen wurde und nicht rechtzeitig nachgenommen wurde.
- der Geschlechtsverkehr erzwungen wurde.
- oder in ähnlichen Situationen
In einem solchen Fall sollten Sie sich schnell an Ihren Frauenarzt, am Wochenende auch an den normalen ärztlichen Notdienst wenden.(Krankenhäuser sind eigentlich nicht zuständig). Der Arzt oder die Ärztin wird prüfen, ob ein Risiko vorliegt (während der Regel ist es z.B. extrem gering). Nur dann wird er oder sie die Pille danach verordnen.
Es ist eine einzige Tablette, die relativ hoch dosiertes Gestagen enthält. Sie sollte so früh wie möglich genommen werden, allerspätestens nach 48-72 Stunden. Bis zum näüchsten Morgen ist also immer Zeit! Da braucht der Notdienst und die Apotheke nicht in der Nacht raus.
Nebenwirkungen treten bei der reinen Gestagen-Pille seltener auf: Übelkeit, Bauchschmerzen und Blutungsstörungen.
Restrisiko:Bei Einnahme bis zu 24 Stunden wurden in einer Studie der WHO 0,4% schwanger. Nach Einnahme bis 48 Stunden 1,2%. Bei Einnahme bis 72 Stunden 2,7%.
Es gibt jetzt eine neue "Pille danach", die bis 5 Tage nach dem ungeschützten Verkehr wirkt. Sie ist aber doppelt so teuer. Darum meine ich, dass sie nicht unbedingt genommen werden muss, wenn noch nicht viel Zeit verstrichen ist.
Auch die "Pille danach" bekommen Mädchen bis zum Alter von 19 Jahren auf Kassenrezept.
Alternativ zur Pille danach kann auch bis zu 5 Tage nach ungeschütztem Verkehr eine Spirale gelegt werden. Das ist z.B. dann sinnvoll, wenn sowieso an eine Spirale gedacht wurde oder Hormone kontraindiziert sind.
Sterilisation
Für die Sterilisation sollte sich ein Paar nur entscheiden, wenn die Familienplanung endgültig abgeschlossen ist. Meiner Meinung nach auch erst ab einem höheren Alter. Denn in Deutschland wird heute jede 3. Ehe geschieden! Und nicht selten kommt in einer späteren Partnerschaft dann doch der Wunsch nach einem Kind wieder.
Denn prinzipiell sind die Sterilisation der Frau oder des Mannes
nicht rückgängig zu machen. Und wie oben beschrieben gibt
es viele gut verträgliche reversible Methoden der Familienplanung.
Wenn es eine Sterilisation sein soll, bietet sich an erster Stelle
die Vasektomie des Mannes an. Dabei werden in örtlicher
Betäubung die Samenleiter unterbunden. Es ist wichtig zu
wissen, daß der Mann danach nicht sofort unfruchtbar ist! Die
Samenfäden können noch Wochen lang in dem Gangsystem
überleben. Erst nach Spermiogrammen, die keine Samenfäden
mehr zeigen, kann der Mann sich darauf verlassen.
Die Sterilisation der Frau benötigt dagegen eine Vollnarkose.
In einem ambulanten Eingriff werden per Bauchspiegelung die Eileiter elektrisch verkocht und dann durchtrennt. Die Einstiche im Nabel und in Höhe der Schamhaargrenze sind heute so klein, daß die Wunden gar nicht mehr genäht werden müssen.
Der Eingriff wird in der ersten Zyklushälfte (vor dem Eisprung) gemacht, damit man sicher ist, daß die Frau nicht schon schwanger ist. Nach dem Eingriff kann die Frau sofort nicht mehr schwanger werden.
Auch die Sterilisation ist nicht hunderprozentig sicher! Über einen Zeitraum von 10 Jahren werden 2,5 bis 5 von hundert Frauen doch noch schwanger! Häufig auch als Eileiterschwangerschaften. Ähnliche Zahlen gelten auch für die Vasektomie des Mannes.
Mit dem GMG wurde die Sterilisation aus der Leistungspflicht der gesetztlichen Krankenkasse genommen. Sie müssen ab 2002 die Sterilsation daher selbst bezahlen.



