Informationen zur Verhütung

Sexualität wird in unserer Gesellschaft als wichtiges Grundbedürfnis aufgefasst. Frau und Mann wünschen sich sexuelle Erfüllung auch ohne anschließende Schwangerschaft. Dieser Wunsch kann heute mit modernen und alt bekannten Verhütungsmitteln in Erfüllung gehen. Dazu muss sich die Frau (eigentlich: das Paar) entscheiden, welcher Methode sie vertrauen möchte. Ist die Sicherheit das entscheidende Kriterium – oder doch die Bequemlichkeit? Und welche Nebenwirkungen können auftreten?

Verhütungsmittel müssen selbst bezahlt werden, auch wenn sie ärztlich verordnet werden. Nur Mädchen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr erhalten ärztlich verordnete Mittel (z.B. die Pille) auf Kassenrezept. Privat krankenversicherte Mädchen müssen diese aber auch selbst bezahlen – fragen Sie mich nicht warum.

Ich stelle die gängigsten Verhütungsmittel vor – Aussuchen müssen sie selber:

Lust auf Risiko

Sexualität soll Spaß machen. Auch Glücksspiel macht Spaß. Beides kann man beim Coitus interruptus (Er versucht rechtzeitig rauszuziehen!) verbinden. Aber - eine Verhütungsmethode ist das sicher nicht! Wenn ein Paar (noch) nicht schwanger werden möchte, muss es eine der folgenden sicheren Methoden anwenden.

Natürliche Familienplanung

Zuerst eine Frage an Sie: Ein Paar hatte am Montag und am darauffolgenden Sonntag Geschlechtsverkehr und wir nehmen hypothetisch an, dass der Eisprung am Freitag dazwischen stattfand. Besteht die Möglichkeit, dass eine Schwangerschaft eintritt? Und wenn ja, von welchem Verkehr?

Auflösung: Eine Schwangerschaft vom Verkehr am Sonntag ist ausgeschlossen, da die Überlebenszeit der Eizelle maximal 18 (bis 24) Stunden beträgt. Der Geschlechtsverkehr am Montag kann zu einer Schwangerschaft führen, da die männlichen Samenzellen ca. 3-4 Tage befruchtungsfähig sind.

Die "gemeinsame" Fruchtbarkeit des Paares beträgt also ca. 4-5 Tage. Methoden, die diese Zeitspanne eingrenzen, faßt man unter dem Begriff "Natürliche Familienplanung (NFP)" zusammen. NFP ist also eine Methode, bei der eine Frau bestimmte Körperzeichen beobachtet, die sich im Laufe des Zyklus verändern, und sie in die Lage versetzt, ihre fruchtbaren und unfruchtbaren Tage zu bestimmen.

Unter verschiedenen Körperzeichen sind von entscheidender Bedeutung: Körpertemperatur und Zervixschleim (in der fruchtbaren Zeit am Scheideneingang von der Frau selbst zu beobachten). NFP ist eine Familienplanungsmethode, bei der eine Frau täglich über ihren Fruchtbarkeitsstatus informiert ist und dieses Wissen sowohl zur Verhütung als auch zur Unterstützung ihres Kinderwunsches einsetzen kann. Sie gibt Männern und Frauen die Chance, ihre Familienplanung gemeinsam und ohne zusätzliche Mittel zu gestalten.

Die sicherste NFP-Methode ist die sogenannte "symptothermale Methode". Bei konsequenter Anwendung gehört sie zu den hochsicheren Methoden derFamilienplanung neben Pille und Spirale.
Wie kann man NFP erlernen? Am besten über ausgebildete NFP-Berater/innen. Anschriften dieser Berater/innen erhalten Sie bei mir oder über:

Arbeitsgruppe NFP
Malteser Werke
Kalker Hauptstr. 22-24
51103 Köln
Tel.: 0221/9822-591
Internet-Link

Meine Einschätzung
Paare, die gut miteinander harmonieren und die in Ihrer Beziehung gefestigt sind, können so sicher und ohne Nebenwirkungen verhüten. Allerdings müssen die Regeln konsequent eingehalten werden.
Ich halte die Methode mit Thermometer und Bleistift für sinnvoller als die auch verfügbaren Temperatur-Computer. Für junge Mädchen zu Beginn ihrer sexuellen Erfahrungen ist die Methode nicht geeignet.

Das Kondom

muss ich zum Kondom etwas schreiben? Es wird doch heute in jeder Schulklasse durchgenommen bis es platzt. Es schützt außer vor Schwangerschaften auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Mann benutzt es nur, wenn es notwendig ist. Es ist heute leicht zu bekommen (ohne Arztbesuch) und relativ preiswert.
Das Kondom hat eine Unsicherheit von 5 – 10 %, es gibt immer mal wieder „Zwischenfälle“.

www.durex.de

Das Diaphragma

Wie das Kondom ist auch das Diaphragma eine Barriere Methode: Die Samenfäden werden auf ihrem Zug zur Eizelle aufgehalten (und abgetötet). Dazu wird das Diaphragma mit einen spermiziden Gel eingestrichen und vor dem Verkehr in die Scheide eingesetzt. Es muss danach noch 8 Stunden in der Scheide bleiben! Das Einsetzen ist etwas schwieriger als das Überziehen eines Kondoms. Aber letztlich Übungssache. Es gibt ein Diaphragma in nur einer Größe (Lea-Kontrazeptivum). Das klassische Diaphragma gibt es in verschiedenen Größen und wird darum vom Arzt angemessen.

Die Pille

Die Pille ist das am häufigsten benutzte Verhütungsmittel. Sie ist sicher und hat viele zusätzliche Vorteile. Allerdings ist sie ein höchst wirksames Medikament mit typischen Nebenwirkungen.

Die Pille enthält Östrogene und Gestagene. Durch die regelmäßig Einnahme wird der Eisprung sicher gehemmt und eine Schwangerschaft sicher verhütet. Dazu muss die Pille aber regelmäßig eingenommen werden, auch wenn es vielleicht im Moment gar nicht notwendig wäre.


Die meisten Frauen vertragen die Pille sehr gut. Pillen sind heute sehr niedrig dosiert. Die Regel wird kürzer und schwächer, und frau weiß genau, wann sie kommt (und kann sie auch mal verschieben). Hautunreinheiten wie Pickel und Akne werden besser.

Probleme am Anfang sind oft Zwischenbluten, die sich aber im Verlauf der weiteren Einnahme meist legen. Kopfschmerzen (oft in der Pause) oder Spannen der Brüste kommen häufiger vor. Manchmal muss man auf ein anderes Präparat wechseln, damit die Frau mit der Pille zufrieden ist.

Die Pille erhöht das Risiko einer Thrombose. Insbesondere, wenn eine familiäre Neigung zu Thrombosen besteht. Es scheint dabei Unterschiede zwischen den verschiedenen Gestagenen zu geben. Das scheint aber klinisch nicht relevant zu sein. Mit zunehmenden Alter und bei Raucherinnen ist dieses Risiko weiter erhöht. Die Pille macht keinen Brustkrebs. Sie reduziert aber deutliche das Risiko eines Eierstockkrebses.

Wenn keine besonderen Risiken vorliegen, kann die Pille bis Ende der fruchtbaren Zeit (~ 50 Lebensjahr) genommen werden. Man macht heute keine Pillenpausen mehr!

Die Pille im Internet

Der Nuva-Ring

Ein Ring, den die Frau selbst in die Scheide einlegt. Er bleibt dort 3 Wochen liegen (auch beim Verkehr) und gibt kontinuierlich sehr niedrig dosiert Östrogen und Gestagen ab. Nach 3 Wochen wird er entfernt und weggeschmissen. In der Pause kommt die Blutung, nach 7 Tagen wird ein neuer Ring eingesetzt.

Er wirkt also wie die Pille, muss aber nur alle 4 Wochen erneuert werden. Er ist deutlich teurer als die Pille. Es scheint weniger Zwischenblutungen zu geben. Es ist wohl für Frauen, die Probleme mit der regelmäßigen Einnahme der Pille haben.

NuvaRing im Internet

Das Pflaster zur Verhütung

Ein hautfarbenes Pflaster. Es hält eine Woche. Das nächste die zweite und dann die dritte Woche. Dann eine Woche Pause. Es gibt kontinuierlich niedrig dosiert Östrogen und Gestagen ab. Wirkt also wie die Pille.

Die Minipille

Die Minipille enthält nur ein Gestagen. Sie wird ohne Pause eingenommen. Die Regelblutungen werden vom Körper der Frau selbst gesteuert, werden aber im Laufe der Zeit meist kürzer und schwächer. Die Minipille läßt den Schleim im Gebärmutterhals für die Samenzellen undurchlässig. Außerdem verändert sie die Schleimhaut in der Gebärmutter. Neuere Präparate verhindern auch den Eisprung.
Die Minipille ist nicht ganz so sicher wie die Pille. Und sie muss sehr exakt eingenommen werden. Sie ist aber auch in der Stillzeit erlaubt. Auch Frauen ab 40, die keine Östrogene wollen oder dürfen, können mit der Minipille sicher verhüten.

Minipille im Internet

3-Monatsspritze

Die „Anti-Baby-Spritze“ weist 2 spezifische Vorteile gegenüber anderen Methoden auf:

  1. Die Anti-Baby-Spritze enthält kein Östrogen. Deshalb ist sie auch für Frauen geeignet, die Östrogene nicht vertragen.
  2. Die Anti-Baby-Spritze schützt mit einer Injektion zuverlässig für 3 Monate vor einer ungewollten Schwangerschaft. Eventuelle Einnahmefehler entfallen und tragen so zur Sicherheit der Methode bei.

Der Wirkstoff: Die Anti-Baby-Spritze zählt zu den hormonellen Verhütungsmitteln und enthält als einzigen Wirkstoff ein Gestagen. Dieses synthetisch hergestellte Hormon entspricht in der Wirkung dem natürlichen Gelbkörperhormon (Progesteron). Es wird vom Körper kurz nach dem Eisprung gebildet und verhindert im Falle einer Befruchtung die Freisetzung weiterer Eizellen aus den Eierstöcken.
Durch eine einmalige Injektion wird im Körper ein kleines Gestagen-Depot eingerichtet. Dadurch wird für den Zeitraum von 3 Monaten zuverlässig eine Schwangerschaft verhütet.

Die Wirkung: Wie schon beschrieben wird durch den gleichbleibend hohen Gestagenspiegel im Körper das Heranreifen einer Eizelle unterdrückt. Zusätzlich wird der Schleim im Gebärmutterhals verdickt und undurchlässig für die Samenzellen. Außerdem wird die Schleimhaut der Gebärmutter verändert, so dass die Einnistung eines möglicherweise doch befruchteten Eies nicht möglich ist. Die Veränderung der Gebärmutterschleimhaut erhöht nicht nur die kontrazeptive Sicherheit, sondern bewirkt auch eine Veränderung in der Regelblutung.
In den ersten Anwendungsmonaten der Anti-Baby-Spritze treten manchmal Schmierblutungen auf, die gesundheitlich unerheblich sind. Nach längerer Anwendung treten diese Schmierblutungen nicht mehr auf. Bei mehr als der Hälfte aller Frauen fallen nach der 3. oder 4. Injektion die Monatsblutungen weg. Nach ein oder zwei Jahren der Anwendung ist dieser häufig gewünschte Effekt bei 80% der Anwenderinnen festzustellen.

Andere Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Neigung zu depressiven Verstimmungen, Nervosität und Kopfschmerz treten sehr selten auf. Bei manchen Patientinnen kann es im Einzelfall zu einer Gewichtszunahme von l-2 kg kommen. Meist sind Wassereinlagerungen die Ursache. Durch weniger Salz, weniger Alkohol und fettreduzierter Kost, kann das Gewicht wieder normalisiert werden.

Die Anwendung: Die Anti-Baby-Spritze wird einmal im Quartal verabreicht. Die erste Injektion sollte während der Periode gesetzt werden, da zu diesem Zeitpunkt eine eventuelle Schwangerschaft ausgeschlossen und der nächste Eisprung verhindert werden kann. Danach sollte alle 90 Tage das Gestagen-Depot im Körper mit einer weiteren Injektion in die Muskualtur wieder aufgefüllt werden.

Die Sicherheit: Die kontinuierliche Anwendung der Anti-Baby-Spritze gibt eine größt mög liehe Sicherheit. Sie ist vergleichbar mit der chirurgischen Sterilisation und sogar höher als bei der Pille, da eventuelle Einnahmefehler entfallen. Daher wird die Anti-Baby-Spritze in mehr als 90 Ländern der Erde sehr häufig und erfolgreich angewandt. Bei den zahlreichen Anwenderinnen wird diese Verhütungsmethode auch langfristig sehr gut vertragen.

Beim Stillen: Die Anti-Baby-Spritze beeinflußt bei stillenden Frauen weder die Milchmenge noch die Milchqualität. Obwohl geringe Mengen des Hormons in die Muttermilch übergehen, wurden keine ungünstigen Wirkungen auf die Entwicklung von gestillten Kindern beobachtet. Im Gegensatz zur Pille ist die Anwendung der Anti-Baby-Spritze in der Stillzeit möglich.

Meine Einschätzung:
Die 3-Monats-spritze ist für Frauen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben. Denn nach Absetzen der Spritze kann es eine ganze Zeit (mehrere Monate) dauern, bis wieder normale Zyklen einsetzen. Außerdem müssen die Frauen akzeptieren (oder gerade wollen), dass es nicht mehr blutet.
Unsere Praxis erinnert sie alle 3 Monate an die notwendige Injektion und schickt auf Wunsch das Rezept rechtzeitig zu.

Das Gestagendepot unter der Haut

Die Vorteile der Minipille, ohne die exakte tägliche Einnahme, das garantiert Implanon. Das Stäbchen wird in lokaler Betäubung in die Innenseite des Oberarms gelegt. Da bleibt es 3 Jahre liegen und gibt kontinuierlich Gestagene ab. Die Sicherheit ist sehr gut.
In den ersten Monaten treten sehr häufig Schmierblutungen auf. Danach werden die Blutungen schwächer und kürzer und können ggf. ganz ausbleiben. Leider haben insgesamt bis 40 % der Frauen immer mal länger Schmierblutungen. Das kann sehr nerven. Dann müssen Hormone zusätzlich gegeben werden (z.B. Östrogenpflaster oder Gestagene).
Abgesehen davon wird Implanon gut vertragen. Im Gegensatz zum Depot-Gestagen in der 3-Monatsspritze setzt nach Entfernen des Stäbchens die Funktion der Eierstöcke schnell wieder ein.
Wie die anderen Gestagen ist auch Implanon in der Stillzeit (ab 7 Wochen nach der Geburt) erlaubt.

Implanon im Internet

Informationen zu „Spirale“

Es gibt unterschiedliche Typen von Intrauterinpessaren. Breitangelegte internationale Studien liefern noch immer den Beweis, dass IUPs über lange Zeit sowohl sicher als auch wirksam sind. Außerdem wird allgemein anerkannt, dass die Kupfer-IUPs zu den wirksamsten Mitteln zur Empfängnisverhütung gehören, die je entwickelt worden sind. Die „Spirale“ ist aus Kunststoff hergestellt und mit Kupferdraht umwickelt und so geformt, dass einer Irritation der Gebärmutter vorgebeugt wird. Es wird üblicherweise während der Menstruation eingesetzt. Das Einsetzen ist gewöhnlich schmerzlos. Die Öffnung der Gebärmutter wird untersucht, die Länge der Gebärmutterhöhle wird ermittelt und das IUP wird behutsam in die Gebärmutterhöhle eingeführt bis es die richtige Lage erreicht hat und den Fundus berührt. Sobald das IUP eingesetzt worden ist, sind Sie gegen eine Schwangerschaft geschützt.

Eine Spirale kann normalerweise auch Frauen eingesetzt werden, die noch keine Kinder geboren haben.

Die Wirksamkeit von IUPs ist hoch und nur mit der Pille zu vergleichen. Insbsondere, weil es keine Anwenderfehler und keine Interaktion mit Medikamenten gibt. Etwa eine von 100 Frauen mit Spirale kann im Jahr trotzdem schwanger werden.
Wie IUPs funktionieren ist nicht vollständig bekannt. Heutzutage wird jedoch angenommen, dass der wahrscheinlichste Wirkungsmechanismus eine Störung der normalen Funktion der männlichen Spermien ist, die unfähig werden, die weibliche Eizelle zu befruchten. Eine Befruchtung der Eizelle findet nicht statt. IUPs werden also nicht mehr als Abtreibungsmittel betrachtet.

Es gibt immer noch Geschichten, dass Spiralen Entzündungen im Unterleib verursachen. Studien zeigen aber eindeutig, dass Entzündungen mit der Spirale nicht häufiger sind als ohne. Sie können allerdings heftiger sein.

Mögliche Komplikationen Die ersten drei Zyklen nach dem Einsetzen sind üblicherweise anders, als die normalen Zyklen der Patientin. Die Menstruation ist im allgemeinen stärker, länger und schmerzhafter und sowohl vorher als auch hinterher können Schmierblutungen auftreten. Auch Krämpfe können vorkommen. Ein paar Zyklen nach dem Einsetzen des IUP verläuft die Menstruation üblicherweise wieder wie vor dem Einsetzen. Manchmal werden auch Veränderungen während des Zyklus, zwischen den Monatsblutungen wahrgenommen.
Wenn Sie beim Geschlechtsverkehr irgendwelche Schmerzen verspüren, übelriechenden Ausfluß, Schmerzen im Bauchraum oder Fieber haben, sollten Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt wenden, weil es eine Infektion der Gebärmutter oder der Eileiter sein kann.
Wenn eine Verzögerung des Beginns der Menstruation auftritt sollten Sie ebenfalls Ihren Arzt aufsuchen! Eine andere mögliche Komplikation bei der Benutzung eines IUP ist nämlich eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutterhöhle, zum Beispiel im Eileiter (ektopische Schwangerschaft). Die meisten IUPs sind drei bis fünf Jahre wirksam. Wenn das IUP einmal eingesetzt worden ist, müssen Sie Ihren Arzt nach der folgenden Periode nochmals aufsuchen, damit festgestellt werden kann, ob sich das IUP an der richtigen Stelle befindet.

Cu-Safe im Internet (auf Holländisch oder Englisch)

Weitere Informationen auf mydoc.de

Meine Einschätzung:
Die Spirale ist ein gutes Verhütungsmittel, wenn eine sichere Verhütung für die Dauer der Einlage gewünscht wird. Dann ist sie auch preiswert. Insbesondere nach einer Geburt läßt sie sich problemlos einlegen und wird gut vertragen. Nach Ende der Stillzeit muss die Methode nicht gewechselt werden.
Wenn die normale Regel aber schon sehr stark und schmerzhaft ist, ist eine Kupfer-Spirale nicht die ideale Methode.

Gestagenhaltiges Intrauterin System

Ein Intrauterinsystem (IUS) ist eine Methode zur Empfängnisverhütung, die eine sichere und langanhaltende Wirkung gewährleistet. Das IUS besteht aus einem T-förmigen Kunststoffkörper, an dessen Längsschenkel ein Hormonzylinder angebracht ist. Das weiche, flexible Kunststoffmaterial und die T-Form gewähren die sichere Position in der Gebärmutterhöhle. Das IUS ist so gut wie nicht spürbar und gewährt vom ersten Tag an eine sehr hohe empfängnisverhütende Sicherheit, die bis zu 5 Jahren bestehen bleibt.
Das IUS wird in erster Linie zur Empfängnisverhütung angewandt. Da die Monatsblutungen während der Anwendung kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft werden, eignet sich diese Methode auch zur Behandlung von zu starken und schmerzhaften Monatsblutungen.
Das IUS gibt jeden Tag gleichmäßig geringe Mengen des Gestagens in die Gebärmutterhöhle ab. Der empfängnisverhütende Schutz beruht auf den lokalen Wirkungen des Levonorgestrels in der Gebärmutter:

  • Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals verdickt sich. Die Samenfäden können dadurch nur noch sehr schwer in die Gebärmutterhöhle vordringen.
  • Samenfäden, die dennoch durchkommen, werden in ihrer Beweglichkeit und Vitalität gehemmt.
  • Der monatliche Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird stark vermindert, und die Dicke nimmt deutlich ab. Eine Eizelle, die ausnahmsweise befruchtet würde, könnte sich gar nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten. Ein zusätzlicher Vorteil der Verminderung der Gebärmutterschleimhaut ist, dass die Monatsblutungen nach und nach kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft werden.



Diese Veränderungen sind alle vollständig reversibel. Wird das IUS entfernt, so normalisieren sich alle Vorgänge innerhalb kurzer Zeit, und es ist schon im 1. Zyklus möglich, schwanger zu werden.

Begleiterscheinungen wie z.B. Kopfschmerzen und Brustspannen treten meist in der Anpassungsphase der ersten 3 - 4 Monate auf und sind oft nur vorübergehend. Da das Gestagen des IUS direkt in die Gebärmutterhöhle abgegeben wird, ist die täglich erforderliche Hormonmenge sehr klein. Die im Blut meßbaren Hormonkonzentrationen sind etwa 10mal niedriger als bei der Minipille und etwa 60mal geringer als bei der Pille. Das IUS ist daher sehr gut verträglich.
Im Gegensatz zur Kombinationspille wird beim IUS der Eisprung nicht verhindert. Die empfängnisverhütende Wirkung beruht allein auf der oben beschriebenen lokalen Wirkung des Gestagens (Gelbkörperhormon) in der Gebärmutter. Die dazu täglich nötige Dosis ist so gering, dass die Funktion der Eierstöcke während der Anwendung des IUS weitgehend unbeeinflußt bleibt. Die geringe Hormondosis bewirkt außerdem, dass das IUS für viele Frauen besonders gut verträglich ist.

Trotz des geringen Hormoneinsatzes gewährt das IUS eine hohe Sicherheit. Das IUS hat wie die Sterilisation den Pearl Index 0,1. Im Vergleich zu den Barrieremethoden (Kondom und Diaphragma) fällt die sehr viel höhere Sicherheit aber auch die bequemere Handhabung auf. Man braucht nicht mehr ständig über Verhütungsschutz nachzudenken. Der Schutz des IUS hält bis zu 5 Jahre an. Im Vergleich zur Kupferspirale bietet das IUS eine etwas höhere Sicherheit.
Bei Anwendung des IUS wird Ihre Monatsblutung nach und nach immer kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft. Denn im Laufe der Anwendung baut sich die Gebärmutterschleimhaut nur noch schwach auf. Da dieser Anpassungsprozeß etwas Zeit braucht, treten in den ersten 3 - 6 Monaten der Anwendung häufig Zwischenblutungen und verlängerte Blutungen auf. Von Zyklus zu Zyklus werden die Blutungen insgesamt immer kürzer und schwächer. Nach einjähriger Anwendung tritt im Schnitt nur noch an einem Tag pro Monat eine schwache Blutung auf. Bei ca. jeder 4. - 5. Frau, die das IUS hat, kann die Blutung auch nach und nach ganz ausbleiben, was medizinisch völlig unbedenklich ist. Aufgrund dieser Veränderungen eignet sich das IUS auch zur Behandlung einer (zu) starken Menstruation.

Es gibt jetzt auch eine kleinere Version der Hormonspirale, die sich besser für Frauen eignet, die noch keine Kinder geboren haben. Sie kann 3 Jahre liegen bleiben.

Ich führe das IUS mit Hilfe eines dünnen Röhrchens durch die Scheide in die Gebärmutterhöhle ein. Beim Herausziehen des Röhrchens entfalten sich die Arme des IUS und geben ihm so sicheren Halt in der Gebärmutterhöhle, wo das IUS in dieser Position verbleibt. Zum Schluß werden die Rückholfäden auf die passende Länge gekürzt. Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen erklären, wie Sie durch Ertasten der Fäden die richtige Lage des IUS selbst überprüfen können.

Plötzliche Blutungsveränderungen können ein Hinweis darauf sein, dass sich die Lage des IUS verändert hat. In diesem Fall sollten Sie sich melden. Wenn Sie zur normalen gynäkologischen Kontrolluntersuchung gehen, kann ich zusätzlich die Lage des IUS überprüfen. Eine Lagekontrolle des IUS empfiehlt sich nach der ersten Monatsblutung, später reicht eine Kontrolle alle 6 - 12 Monate.

Mirena im Internet

Pille danach

Die Pille danach ist keine Verhütungsmethode, auf die man sich verlassen sollte. Sie ist eine echte Notfallmaßnahme, falls z.B.:

  • ein Kondom gerissen ist oder einfach vergessen wurde.
  • das Diaphragma vergessen wurde oder zu früh entfernt wurde.
  • der Geschlechtsverkehr (bei NFP) doch in der fruchtbaren Zeit stattfand.
  • die Einnahme der Pille vergessen wurde und nicht rechtzeitig nachgenommen wurde.
  • der Geschlechtsverkehr erzwungen wurde.
  • oder in ähnlichen Situationen

In einem solchen Fall sollten Sie sich schnell an Ihren Frauenarzt, am Wochenende auch an den normalen ärztlichen Notdienst wenden.(Krankenhäuser sind eigentlich nicht zuständig). Der Arzt oder die Ärztin wird prüfen, ob ein Risiko vorliegt (während der Regel ist es z.B. extrem gering). Nur dann wird er oder sie die Pille danach verordnen.

Zur Zeit soll die Verschreibungspflicht für die Pille danach aufgehoben werden. Es gibt sie vielleicht bald einfach so in der Apotheke zu kaufen. Dennoch sollten Sie zum Arzt gehen und sich beraten lassen. Auch zur Planung der weiteren Verhütung.

Beide "Pillen danach" wirken, indem sie den Eisprung nach hinten schieben und so die Befruchtung der Eizelle verhindern. Wenn der Eipsrung schon war, wirken sie nicht mehr. Bis zum nächsten Morgen ist aber immer Zeit! Da brauchen der Notdienst und die Apotheke nicht in der Nacht raus.

Pidana ist eine einzige Tablette, die relativ hoch dosiertes Gestagen enthält. Sie sollte so früh wie möglich genommen werden, allerspätestens nach 48-72 Stunden. Nebenwirkungen treten bei der reinen Gestagen-Pille seltener auf: Übelkeit, Bauchschmerzen und Blutungsstörungen.Restrisiko: Bei Einnahme bis zu 24 Stunden wurden in einer Studie der WHO 0,4% schwanger. Nach Einnahme bis 48 Stunden 1,2%. Bei Einnahme bis 72 Stunden 2,7%.

Es gibt eine weitere "Pille danach" Ella one, die bis 5 Tage nach dem ungeschützten Verkehr wirken kann. Sie kann den Eisprung noch verschieben, wenn der LH-Anstieg schon begonnen hat. Sie ist aber doppelt so teuer. Darum meine ich, dass sie nicht unbedingt genommen werden muss, wenn noch nicht viel Zeit verstrichen ist. Das muss man im Einzelfall entscheiden.

Inzwischen ist die "Pille danach" rezeptfrei in der Apotheke zu bekommen. Aber Mädchen bis zum Alter von 19 Jahren erhalten sie auch weiterhin auf Kassenrezept. Aber nur, wenn sie zuerst zum Arzt gehen.

Ella one im Internet

Alternativ zur Pille danach kann auch bis zu 5 Tage nach ungeschütztem Verkehr eine Spirale gelegt werden. Das ist z.B. dann sinnvoll, wenn sowieso an eine Spirale gedacht wurde oder Hormone kontraindiziert sind.

Sterilisation

Für die Sterilisation sollte sich ein Paar nur entscheiden, wenn die Familienplanung endgültig abgeschlossen ist. Meiner Meinung nach auch erst ab einem höheren Alter. Denn in Deutschland wird heute jede 3. Ehe geschieden! Und nicht selten kommt in einer späteren Partnerschaft dann doch der Wunsch nach einem Kind wieder.

Denn prinzipiell sind die Sterilisation der Frau oder des Mannes nicht rückgängig zu machen. Und wie oben beschrieben gibt es viele gut verträgliche reversible Methoden der Familienplanung.
Wenn es eine Sterilisation sein soll, bietet sich an erster Stelle die Vasektomie des Mannes an. Dabei werden in örtlicher Betäubung die Samenleiter unterbunden. Es ist wichtig zu wissen, dass der Mann danach nicht sofort unfruchtbar ist! Die Samenfäden können noch Wochen lang in dem Gangsystem überleben. Erst nach Spermiogrammen, die keine Samenfäden mehr zeigen, kann der Mann sich darauf verlassen.
Die Sterilisation der Frau benötigt dagegen eine Vollnarkose. In einem ambulanten Eingriff werden per Bauchspiegelung die Eileiter elektrisch verkocht und dann durchtrennt. Die Einstiche im Nabel und in Höhe der Schamhaargrenze sind heute so klein, dass die Wunden gar nicht mehr genäht werden müssen.
Der Eingriff wird in der ersten Zyklushälfte (vor dem Eisprung) gemacht, damit man sicher ist, dass die Frau nicht schon schwanger ist. Nach dem Eingriff kann die Frau sofort nicht mehr schwanger werden.

Auch die Sterilisation ist nicht hunderprozentig sicher! Über einen Zeitraum von 10 Jahren werden 2,5 bis 5 von hundert Frauen doch noch schwanger! Häufig auch als Eileiterschwangerschaften. Ähnliche Zahlen gelten auch für die Vasektomie des Mannes.

Auch eine Sterilisation ist keine Leistung der Krankenkassen. Sie müssen sie daher selbst bezahlen.